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Kapitel 3 - Episode 12
von Alina am 04.08.2026 07:10Kapitel 3
10. Dezember 2013
Malte verlässt das Verwaltungsgebäude der Universität. Die Arbeit ist für heute erledigt.
Es hat wieder ein wenig geschneit – der frische Schnee knirscht unter seinen Schuhen. Während er sich langsam der Haltestelle nähert, hört er Lärm. Eine Gruppe Halbstarker pöbelt vorbeigehende Leute an. Als er das sieht und obendrein die Polizei anrücken sieht, da beschließt er diesem Ärger aus dem Weg zu gehen und läuft lieber eine Haltestelle weiter.
Nach wenigen Minuten kommt er dort an. Den Geschäften am Straßenrand sieht man an, dass es langsam auf Weihnachten zugeht. An der Haltestelle muss er etwas länger warten. Die erhoffte frühe Straßenbahn hat er um wenige Augenblicke verpasst und innerlich ärgert er sich schon dass er sich entschieden hat, zur nächsten Haltestelle zu laufen. Eigentlich könnte er bald zu Hause sein. Und vielleicht wartet ja auch schon Eli mit einer Zigarette auf ihn.
Er streicht sich den Schnee aus den Haaren. Wieder Schnee – tatsächlich hat es schon wieder angefangen zu schneien. Er war so in Gedanken versunken, dass er es nicht sofort bemerkt hat.
Ein paar Minuten später fährt endlich die Straßenbahn vor. Er klopft den Schnee aus seinem Mantel und steigt ein. Vor ihm eröffnet sich das übliche Bild: alles ist voll. Feierabendverkehr – was hatte er auch anderes erwartet? Nach kurzem Umschauen stellt er fest dass wirklich kein einziger Platz mehr frei ist und er stellt sich in die Nähe der Tür. Wenige Minuten später hält die Bahn wieder an, ein paar Leute steigen aus, ein paar Leute steigen ein, das Übliche eben. Die Bahn fährt weiter und in der Zwischenzeit hat sich draußen ein richtiges Schneegestöber entwickelt.
An der nächsten Haltestelle wird es richtig voll. Malte schaut sich erst um und lässt sich in eine Ecke drängen. Dann aber drängelt er sich wieder zum Gang durch und geht ein Stück weiter. Hinten im Wagen sitzen und stehen weniger Fahrgäste.
Er schaut sich nach einen Sitzplatz um und sein Blick streift einen älteren, offensichtlich obdachlosen Mann. Der redet mit sich selbst und kramt in einem alten und von aussen sehr schmutzigen Einkaufsroller. Malte verzichtet, sich in die Nähe des Mannes setzen zu wollen. Aber der Alte sieht auf und als er Malte erblickt, da bleibt sein Blick an ihm hängen. Es fällt Malte auf und er weicht dem starrenden Blick des Alten aus. Aber er spürt, dass ihn der Mann weiterhin fixiert. Der Alte hat den Blick verengt und schaut Malte mehr als misstrauisch an. Malte ist das so unangenehm, dass er weiter im Gang durchtritt. Ein anderer Fahrgast hat diesen Blick des Alten ebenfalls gesehen und angefangen, Malte genauso prüfend anzublicken. Malte geht den Gang weiter, bis er vor weiteren neugierigen Blicken sicher ist und er atmet erleichtert aus.
Kurz bevor sie die vorletzte Haltestelle erreichen, stoppt die Straßenbahn abrupt. Malte muss sich an einer Stange festklammern um nicht hinzufallen. Er schaut sich um und merkt, dass es den anderen Fahrgästen genauso geht wie ihm. Ratlosigkeit zeichnet sich in den Gesichtern ab, ein Getuschel bricht aus. Einige Sekunden später knackt es aus den Lautsprechern: „Wir können leider nicht weiterfahren. Vor uns gibt es eine Behinderung auf der Strecke. Zwei Autos haben sich verkeilt, wir bitten um Ihr Verständnis. Sie können..."
Malte hört schon nicht mehr zu. Nachdem die Türen freigegeben werden, öffnet er sie und beschließt das letzte Stück zu laufen.
Etwa zehn Minuten später kann er seinen Plattenbau schon sehen und beschleunigt seinen Schritt. Vorfreude brennt in ihm – er hofft Eli vor seinem Haus vorzufinden. Doch als er dort ankommt, kann er sie nirgends entdecken. Er geht langsam den Weg zum Gebäude entlang und hält Ausschau nach ihr. Die Tür kommt immer näher und er denkt sich, dass sie doch hier irgendwo sein muss. Die Bank sieht sogar aus, als hätte dort jemand gesessen – im frischen Schnee sind zwei ausgetretene Zigaretten zu erkennen. Er schaut sich weiter um und dreht sich im Kreis, in der Hoffnung sie irgendwo auszumachen. Da sieht er Fußabdrücke, die zurück ins Haus führen.
Er folgt den Spuren zur Tür und betritt das Wohngebäude. Er geht hoch zu seiner eigenen Wohnung und bleibt einen Augenblick nachdenklich vor seiner Tür stehen. Er öffnet die Tür nicht und beschließt dann noch weiter hinaufzugehen, zu ihr.
Oben angekommen steht er wieder einen Moment nachdenklich im Flur herum. Hier ist alles wie ausgestorben, man hört nicht einmal die üblichen leisen Geräusche aus den Wohnungen. Kein Licht dringt aus den Türritzen nach draußen.
Er schaut auf die Tür, als würde er erwarten dass sie sich gleich automatisch öffnet und Eli hinauskommt. Seine Hand zuckt kurz zur Klingel. Schläft sie vielleicht schon? Seine Hand hält inne. Aber um diese Uhrzeit? Es ist doch noch so früh. Er lauscht einen Augenblick und hofft, etwas aus der Wohnung zu hören. Ist sie vielleicht weg? – Was stellt er sich eigentlich so an? Sie wird ihn schon nicht köpfen, wenn er klingelt. Sein Zeigefinger tippt kurz und dezent die Klingel an. Dann lauscht er angestrengt.
Während er lauscht, hört er absolut nichts. Nach seinem Klingeln dauert es einige Augenblicke, dann öffnet sich die Tür knarrend. Eli steht im Türrahmen, im fahlen Licht des Flurs kann er sie erkennen. Hinter ihr in der Wohnung ist alles stockdunkel. Sie lächelt ihn an. „Hallo."

Re: Namen von A-Z
von GentleDom am 04.08.2026 01:02/ im wechsel - um im richtigen flow zu bleiben nehme ich m /
Yannis
Re: Ich liebte...
von GentleDom am 04.08.2026 00:58ich liebte eine frau aus oslo ,
die hatte einen schönen po .
Re: Ja ODER Nein
von GentleDom am 04.08.2026 00:56wenn es sehr sehr groß wäre und ich damit keine last , verpflichtung , arbeit hätte , ja .
würdest du geld spenden ?



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